Herzlich willkommen bei
"Bündner Senioren helfen Senioren".
Wir freuen uns, dass Sie sich für unseren Verein interessieren.
Informieren Sie sich durch Anklicken der Rubriken über unsere Organisation und überzeugen Sie sich, dass es sich lohnt bei uns mitzumachen.
Viel Spass auf Ihrer Entdeckungsreise.
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Jahresversammlung Bündner Senioren helfen Senioren
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die Jahresversammlung findet am 06.06.2012
im Restaurant VA BENE, Gäuggelistrasse 60 in Chur statt
Details dazu folgen
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Jahresversammlung Senioren helfen Senioren Kreis Thusis und Umgebung
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Enladung zu unserer Jahresversammlung am 24.05.2012
Ort: Pflege- und Altersheim Domleschg, Fürstenaubruck
Zeit 14.00 Uhr
Eingeladen sind alle Mitglieder und Interessierten an unserer Organisation
Traktanden:
- Begrüssung
- Informationen zur GV in Chur am 06.06.2012
- Jahresbericht
- Jahresabschluss 2011
- Mitgliederbeitrag 2012
- Diskussion
Vortrag Spitex Leiter Roman Stäbler Thusis
Anschliessend Diskussionsrunde mit Herr Stäbler
Wir stellen für die Mitglieder vom Heinzenberg einen unentgeltlichen Taxidienst zur Verfügung.
Bitte melden Sie sich, 10 Tage vorher bei Frau Giulia Berardi
Tel. 081 651 0193 oder 079 811 84 74
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.
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Der Flughafen Pfarrer Walter Meier berichtet aus seiner vielfältigen Arbeit
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Interreligiöse Kulträume (christlich & muslimisch)
Geschichte:
1997 wird das Flughafen – Pfarramt in Zürich – Kloten aufgebaut. In Genf bestand es damals schon seit über 20 Jahren.
Der erste Andachtsraum an einem Flughafen wurde in den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Atlanta eingerichtet. Es entsprach einem Bedürfnis des Flughafenpersonals, einen Ort der Stille zu finden.
Weitere Flughafen-Pfarrämter in den USA folgten, später auch in Europa (mit Andachtsräumen jeweils für alle Religionen).
Früher war es bei der Swissair möglich, einen14- tägigen Kurs zum Flugbegleiter zu absolvieren. Diese Leute, Galley-Stewards genannt, wurden nach Bedarf bei Personalknappheit eingesetzt. Walter Meier war auch einer von ihnen. Nach erfolgtem Kurs, damals noch Student, flog er, das erste Mal 1974 überhaupt, nach New York.
Es folgten folgende Abschnitte in seinem Leben:
- 1975-1996: Pfarrer in den Kirchgemeinden Gossau, Dietlikon und Bülach
- 1989-1990: Ausbildung zum Industriepfarrer
- seit Oktober 1988 Seelsorger in Teilzeit für das fliegende Personal und Flight Attendant bei Swissair und Swiss
- seit Januar 1997 Flughafenseelsorger am Flughafen Zürich
Als Pfarrer in Bülach lernte er viele Mitarbeiter der Swissair kennen. In Gesprächen mit ihnen wurde ihm klar, dass aufgrund der Arbeitszeiten diese Leute kaum den Gottesdienst besuchen konnten. So offerierte er ihnen, sie zu Hause zu besuchen. Das lehnten einige kategorisch mit der Begründung ab: Da denken die Nachbarn, uns fehlt wohl etwas, dass der Pfarrer zu uns kommt.
Schlussendlich hatten zwei Rotarier die Idee, im Flughafen Zürich einen Andachtsraum mit dazugehörendem Pfarramt einzurichten, und unterbreiteten den Vorschlag Walter Meier. Er reiste nach München und Brüssel, um Informationen von den beiden dort bereits bestehenden „Flughafen-Pfarrämtern“ einzuholen .
Die Idee gefiel ihm und er war bereit, im Flughafen Zürich einzusteigen.
Seither arbeitet Walter Meier in einem Team mit einem römisch- katholischen Diakon, einer Pastoral – Assistentin und einem christ -katholischen Seelsorger.
Die Arbeit im Flughafen unterscheidet sich grundsätzlich nicht von derjenigen in einer Gemeinde. Das Spezielle im Flughafen ist das Kommen und Gehen vieler verschiedener Menschen. Ja, da fragt man sich, warum gehen die Leute nicht einfach an ihrem Wohnort in die Kirche? Wie Walter Meier bereits erwähnt hat, gibt es viele Menschen, die es vorziehen, anonym einen Gottesdienst oder den Seelsorger zu besuchen. Von den 24‘000 Mitarbeitern im Flughafen, angefangen bei den Gespäckträgern bis hinauf zum „Teppich – Etagen“ Personal, nehmen etliche an den wöchentlichen Gottesdiensten oder vor allem persönlichen Gesprächen mit einem der Pfarrer teil. Die MitarbeiterInnen wissen es zu schätzen, dass die Seelsorger auch ausserhalb der Gottesdienste sich Zeit nehmen ihnen zuzuhören, wenn sie das Bedürfnis haben, über ihr Leben, ihre Probleme und Ängste zu reden.
Im Andachtsraum liegt ein Fürbitte- und Anliegenbuch auf, welches jeweils schnell gefüllt ist. Die Bitten werden von den Pfarrern in ihre Gebete aufgenommen.
Der Andachtsraum im Flughafen steht allen Religionen offen. Herr Walter Meier ergänzt hier, dass die verschiedenen Religionen nach seiner Überzeugung einfach verschiedene Wege zu dem einen Gott darstellen.
Das Kreuz ist an die Wand projiziert und kann nach Bedarf ausgeschaltet werden.
Es kann es vorkommen, dass Juden und Moslems, nach einer gegenseitig freundlichen Begrüssung, nebeneinander beten.
Eine Episode dazu: Als einst ein Moslem seinen Teppich gegen Mekka zum Beten auslegte, betrat zur selben Zeit ein Jude den Raum und erkundigte sich, in welcher Richtung die Klagemauer (Jerusalem) von diesem Raum aus sich befinde. Der Moslem erklärte hilfsbereit dem Juden, dass diese ebenfalls Richtung Mekka liegt. So sprachen die Beiden zur selben Zeit im gleichen Andachtsraum ihre Gebete.
Eine weitere Episode: Walter Meier fragte einen Juden, als er sah, dass dieser im Raum nach Etwas suchte, ob er das projizierte Kreuz an der Wand gelöscht haben möchte? Dieser erklärte ihm, dass Juden nur unter einem Holzkreuz nicht beten dürfen. und da es sich hier um eine Projektion handle, ihn dies nicht störe. Sein Problem wäre jedoch, dass der Akku seines LapTop leer war, welchen er anstelle der Bibel dabei habe, und für den Akku eine Steckdose suche.
Öfters kommen auch Leute mit Flugangst in den Andachtsraum und beten für die Piloten, dass Gott sie beschützen möge. Walter Meier stellt oft fest, dass dieselben Menschen nach ihrer Ankunft wieder in den Andachtsraum kommen, um im Gebet Gott zu danken. Einst fiel Walter Meier ein sehr unruhiger Mann auf. Er fragte ihn ganz unverbindlich, ob er ihm helfen könne. Dieser Mann litt sehr unter Flugangst, lehnte eine kirchliche Hilfe ab und erklärte, dass er trotzdem Angst vor dem Fliegen habe. So begleitete Walter Meier den Fluggast zum Flughafenarzt, welcher ihm ein Beruhigungsmittel verabreichte. Zum Gate liess er sich anschliessend gerne von Walter Meier begleiten.
Wenn nichts Besonderes ansteht, machen die Seelsorger mit bereitem Herzen und offenen Augen Rundgänge im Flughafen, ob jemand Hilfe braucht, sei es den Weg zu finden, oder sie bieten traurigen Menschen ein Gespräch an, um sie zu beruhigen. Ebenfalls suchen sie die Obdachlosen auf, welche im Flughafen vor allem im Winter Wärme suchen, um mit ihnen Lösungen zu finden.
Genauso besuchen die Seelsorger die ohne gültige Papiere im Flughafen Zürich eingereisten Ausländer, welche von der Polizei in den Transitraum gebracht worden sind und dort bis zu 2 Monate festgehalten werden können, wenn sie in der Schweiz Asyl wollen. Oft sind es Afrikaner. Beim Feiern eines Gottesdienstes mit ihnen wird eine Kerze angezündet und zusammen gebetet und gesungen.
Es gibt auch sehr traurige Situationen. Z.B. wurde Walter Meier zu einer Frau gerufen, die neben ihrem 12-tägigem Kind am Boden kniete, welches im Flughafen gestorben war. Sie bat ihn, das Kind noch zu taufen.
Im Jahr 1997 wurde der Anstoss für ein Care-Team im Flughafen gegeben, damit nach einem Flugzeugabsturz, einer Unwetterkatastrophe (Tsunami), einem Attentat (Luxor 1997) während der Ferien, die wartenden Angehörigen betreut werden können. Seither stellt die psychiatrische Klinik Embrach ein Care-Team, zu dem auch Seelsorgerinnen und Seelsorger aus der Flughafenregion gehören. Oft handelt es sich in diesen Fällen um tagelange Einsätze inklusive Trauergottesdienste, welchen ein Jahr und zehn Jahre später ein Gedenkgottesdienst in einer der Klotener Kirchen folgt.
Als die schönen Momente in seiner Tätigkeit als Flughafenpfarrer nennt Walter Meier Trauungen, Taufen und wenn er jemandem helfen konnte.
Für alle Menschen
- die über den Flughafen reisen
- die sich am Flughafen aufhalten
- die am Flughafen arbeiten
- die den Flughafen besuchen
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Referentin Marlies Ott-Wüthrich,
Domat / Ems
Supervisorin, Lebens- und Trauerbegleiterin
Die Töne dieser Klangschale bewegen die Luft in diesem Raum und diese Luft atmen wir ein und atmen sie aus. Die Luft verbindet uns miteinander hier und jetzt.
Der Einstieg in ein von unserer Gesellschaft tabuisiertes Thema hätte nicht bewegender sein können. Nach der letzten akustischen Wahrnehmung des Klanges im Raum begann Frau Ott-Wüthrich ihren Vortrag.
Was ist Trauer?
Wie und wann entsteht sie?
Was mache ich mit all den dazugehörigen Gefühlen?
Es gibt Gefühle, die lästig sind, irritieren und sogar stören. Gefühle nehmen Zeit, und Zeit ist Geld. Wen wundert es, dass die Depression die Volkskrankheit Nr.1 ist. Tränen sind bei vielen Menschen ein Zeichen der Schwäche. Tränen der Freude, des Berührt-Seins, verpassen wir dann auch einen Platz in unserem Leben?
Wir alle sind mit den Fähigkeiten des Abschied-Nehmens, des Los-Lassens, des Trauerns geboren. Wir dürfen trauern, wir müssen trauern, und zwar vom ersten Moment unseres Lebens. Trauer ist eine natürliche Reaktion auf ein Verlustereignis. Seien es ein geliebter Mensch, ein Tier, Heimat, Gesundheit, Kindheit, Arbeit. Wenn die Kinder gross werden und ausziehen, die Abänderung des weiblichen Körpers oder das eigene Leben dem Ende, dem Tod entgegen geht. Jede Trauer hat ihre individuelle Intensität und Zeitdauer, und das bestimmt der oder die Betroffene selber, nur sie. Trauer hat mit Liebe zu tun, denn das, was wir lieben schmerzt, wenn es nicht mehr da ist.
Es geht immer um unsere eigenen Erinnerungen:
- was nicht mehr ist
- nicht sein durfte
- nie mehr sein wird
- nie war
Zur Trauer gehören auch noch andere Gefühle, die ganz individuell sein können, z.B. Schmerz, Liebe, Wut, Aggression, Verzweiflung, Orientierungslosigkeit. Alle Gefühle dürfen sein, denn mit dem Verlustereignis beginnt der Prozess. Nur durch die Trauer hindurch kehren wir zum Leben zurück.
Das Sterben ist unterdessen akzeptiert. Doch die dazu gehörenden Gefühle des Sterbenden, dessen Angehörigen und den Kindern, sind weiterhin tabuisiert. Über Gefühle spricht man nicht, geschweige denn Tränen zeigen. Wir müssen funktionieren und stark sein.
Die in Lebensgrösse mitgebrachte Puppe verkörpert durch ihr Outfit den Menschen in der heutigen Gesellschaft. Stöpsel in den Ohren, nur noch die eigene Musik hören, nicht aber das Gezwitscher der Vögel und das Grüezi eines Vorbeigehenden. Mit der gespiegelten Brille, nur die eigene Gedankenwelt sehen, nicht aber das Wiedererwachen der Natur im Frühjahr. Mit der Schildmütze im Gesicht, keine Sonnenstrahlen sehen noch wahrnehmen. Es ist als leben viele Menschen in einer eigenen Welt. Ihre Körperhaltung ist gebückt, als würden sie einen Rucksack tragen.
Oft hört man
- Jeder hat seinen Rucksack
- Das ist halt Schicksal
- Am liebsten würde ich meinen Rucksack in eine Ecke stellen
- Mein Rucksack drückt mich beinahe zu Boden; ich habe keine Kraft mehr ihn weiter zu tragen.
Was könnten wir mit dem Rucksack machen? Eine Pause einschalten zum Nachdenken und sich klar werden: “Was will ich?“ Der Rucksack verkörpert die Lebensgeschichte des betreffenden Menschen. Darin verpackt werden all die kindlichen Gefühle mitgetragen, die in der Kindheit ignoriert, abgelehnt oder verurteilt wurden. Daraus entstehen Sehnsüchte, Erwartungen, Wünsche, Träume.
Denn der Sinn des Trauerns ist, dass wir mit all den grossen und kleinen Abschieden in unserem Alltag gesund bleiben und uns dabei entwickeln. Durch das Trauern hindurch kommen wir zurück ins Leben. So erfährt unsere Persönlichkeit Stärkung. Neue Lebenskraft und neuer Lebenssinn dürfen entstehen.
Was ist wichtig, wenn wir unseren Gefühlen begegnen?
Gefühle wollen gesehen, gehört, ernst genommen, verstanden und bestätigt werden. Indem wir unseren Gefühlen im Hier und Jetzt mit allen fünf Sinnen begegnen, übernehmen wir Verantwortung für uns als Erwachsene und wissen, dass das kleine Kind von dazumal trauern darf, es nach Trost verlangen darf und wir als Erwachsene diesen Trost geben können, und zwar heute. Unsere Mütter sind pensioniert und nicht mehr für uns Erwachsene zuständig, auch nicht unsere PartnerInnen und Kinder.
Im Trauern brauchen wir Orientierung.
- um was genau trauern wir?
- Geht es um etwas in Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft?
- Trauert der kindliche oder der erwachsene Teil in uns?
Was unterstützt uns im Hier und Jetzt zu sein, damit wir uns immer mehr bewusst werden, dass wir unsere Gefühle als Erwachsene wahrnehmen?
Selbstfürsorgehaltung = ich tröste mich hier und jetzt.
Jeder Mensch hat seine Kreativität, lebt seine Kreativität, doch in Trauerzeiten haben viele Menschen keinen Zugang mehr dazu. So ist es oft hilfreich, unterstützend oder sogar notwendig, dass der trauernde Mensch mit einer professionellen Begleitung Anleitung erhält, wie der Zugang zur individuellen Kreativität oder einfach zum Ausdruck der aktuellen Gefühle wieder gefunden werden kann.
- Malen – genauso wie unsere Hände es malen.
- Schreiben – genauso wie unsere persönlichen Worte sind.
- uns bewegen, tanzen – mit Ausdruck unserer Liebe, Wut, Aggressivität
- Erzählen – einer Freundin, einem Freund, über das was uns bewegt erzählen.
Das ist lebendige Arbeit an uns selbst und wir dürfen uns jedes Mal dafür danken: „Das habe ich gut gemacht! Ich bin stolz auf mich!“
Mit den Tönen der Klangschale geht der Beitrag im Hier und Jetzt zu Ende. Diese Töne sagen uns, dass wir im Einklang der Natur mit ihrem Rhythmus von „Werden – Vergehen“ mitschwingen und das bleibt auch morgen und übermorgen.
Von was möchte ich Abschied nehmen ?
Autorin Rosemary Huber
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Das offene Fenster bietet:
- Ausblicke auf Themen des Älterwerdens
- Einblicke in uns unbekannten Welten
Jedermann ist herzlich eingeladen
an den folgenden Vorträgen,
jeweils um 14.30 Uhr in der Evang.- methodistischen Kirche
St. Margrethenstrasse 1, 7000 Chur
teilzunehmen.
6. Juni 2012
Lebensfreude und Humor für die Gesundheit
Referent Dr. med. Dietmar Max Burger und Clown Massimo
Juli/ August Sommerpause
5. September 2012
Meine Grenzen kennen lernen – leicher gesagt als getan
(Thema Ordnung)
Referentin Hege Fischer, Haushalt-SOS
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Hormone als Zutaten? Alle wollen alt werden, doch niemand möchte es sein. Gelebt wird heute in einer auf Jugendlichkeit fixierten Gesellschaft. Schön alt werden, lautet deshalb die Devise vieler. Doch die Mittel, die biologische Uhr zurückzudrehen, sind begrenzt.
Bild: Barbara Eckholdt, Pixelio Autorin Jacqueline Trachsel
Bei den Griechen, von denen wir die Vorstellung von Ästhetik übernommen haben, galt es als höchstes Glück, jung zu sterben und nicht alt zu werden. Denn im hohen Alter kommt erwiesenermassen eine Phase der erhöhten Gebrechlichkeit und Pflegebedürftigkeit, dies als Schattenseite der verlängerten Jugend. Bestimmt können Menschen mit einem entsprechenden Lebensstil relativ lange und behinderungsfrei leben, doch ist der Einbruch programmiert. Zudem ist das Risiko von Demenz und hirnorganischen Störungen umso grösser, je älter die Menschen werden. Möglich ist es aber, einigen Alterskrankheiten vorzubeugen, wenn die Grundregeln beachtet werden: Nicht rauchen, gesund essen und Sport betreiben. Gleicher Meinung sind sich diesbezüglich nicht nur Präventiv-, sondern auch Anti-Aging-Mediziner, dass jeder Mensch selbst viel dazu beitragen kann, seine körperliche und geistige Frische bis ins hohe Alter zu erhalten.
Jungbleiben: der Trend aus den USA
„Das neue Schlagwort Anti-Aging ist dabei, dem Modebegriff Wellness als Terminus für alle möglichen Behandlungsarten und Produkte, die jung erhalten sollen, den Rang abzulaufen“, so verbreiteten bereits vor Jahren die Medien den neuesten Trend aus den Staaten. Entstanden ist der Ausdruck denn auch in den USA. Als Gründer und Präsident zeichnete der Chirurg Ronald Klatz. Die 1993 von zwölf Ärzten gegründete American Academy of Anti-Aging Medicine hat heute – gemäss Erhebungen – weltweit Tausende als Mitglieder.
Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gehört es denn mittlerweile auch zur Tagesordnung, sich mit Mineralien, Vitaminen und Hormonen auf ewige Jugend, Schönheit und Leistungsfähigkeit zu trimmen oder es wenigstens zu versuchen. Und natürlich ernährt die Angst vor dem Altern ganze Wirtschaftszweige. Es geht beim internationalen Handel um Milliarden von Dollars und Euros. So werfen Hersteller mit Faltenkillern und chemischen Peelings unablässig neue Produkte auf den Markt, oft ohne kostenintensive Langzeituntersuchungen und begleitende Studien, wie Fachärzte kritisieren. Einschlägige Präparate sind reihenweise in amerikanischen Drugstores und Supermärkten frei erhältlich. Aber eine Anti-Aging-Pille wird es offensichtlich (noch) nicht geben, so wenig wie der Mensch unsterblich sein wird. Die amerikanische Gesundheitsbehörde warnt auf einer Aging-Internet-Seite ausdrücklich vor Quacksalbern im Bereich Anti-Aging. Neben Ärzten, die ihr Handwerk seriös gelernt haben und ausführen, operiert eine unüberschaubare Zahl von solchen, die sich selbst in der Lage sehen, dem ökonomischen Druck des öffentlichen Gesundheitssystems durch fachfremde Tätigkeit zu entfliehen. Vom Geld der Patienten existieren nicht nur in den USA Privatkliniken, in denen „Sie nicht nur gepflegt, sondern auch umsorgt werden“ und wo „menschliche Zuwendung“ mit zur Angebotspalette gehört. Auch europäische Klinikketten von Investoren praktizieren mit angestellten Ärzten, Massenbetrieb und Werbebudgets, weil Anti-Aging-Methoden und Rezepte gegen das Altern immer mehr gefragt sind. Dabei ist es ein Irrtum, auf schnelle Hilfe mit Hormonen, Botox-Spritzen, Fettabsaugungen, Frischzellenkuren oder Hautstraffungen auf lebenslängliche Wirkung zu hoffen. Eine Therapie kommt nur für Leute in Frage, die sich mit der Philosophie des Anti-Aging identifizieren und bereit sind, allenfalls ihre Lebensgewohnheiten, d. h. auf Seniorensport, gesunde Ernährung, Verzicht auf Rauchen und Übergewicht umzustellen, was eigentlich bereits ab dem 30. Altersjahr hätte beginnen müssen. Nur: Ohne persönlichen Einsatz und Disziplin geht nichts.
Altern ist keine Krankheit
Doch steht das Wahrzeichen gleichwohl im Raum: Menschen haben Angst vor dem Altwerden. Das hat damit zu tun, dass unsere Kultur sehr körper- und jugendbetont ist. Die sichtbare Alterung wird negativ bewertet. Nicht zuletzt das Nachlassen der körperlichen Fähigkeiten – davor haben die meisten Menschen Angst. Das zeigt sich verstärkt an der Hautalterung, aber auch die Hör- und das Sehvermögen nehmen ab. Und bei den Frauen kommen die körperlichen Veränderungen in der Menopause dazu. Da beim Mann die Testosteronquelle allmählich versagt und bei Frauen die Östrogen-Produktion in den Wechseljahren stoppt, sollen auch diese Hormone ergänzt und so der alternde Körper wieder auf jung programmiert werden. Das Hormon DHEA, welches im Körper zu Testosteron und zu Östrogenen umgebaut wird, soll die Anti-Aging-Wirkung verstärken. DHEA ist die Kurzformel für das von der Nebennierenrinde gebildete Dehydroepiandrosteron. Angeblich verbessert DHEA die Gedächtnisleistung und steigert die Libido.
Menschen, denen ein gutes Altern gelungen ist
Konrad Adenauer war 73 Jahre alt, als er 1949 zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt wurde. Während 14 Jahren, bis zu seinem Rücktritt im 87. Lebensjahr, war er ununterbrochen im Amt. Winston Churchill wurde im Alter von 66 Jahren britischer Premierminister. Er führte die Nation in ihren schwersten Stunden erfolgreich. Im Juli 1945 erlitt er eine Wahlniederlage und musste zurücktreten. Aber er resignierte nicht. 1951, als 77-Jähriger wurde Churchill erneut Premierminister. Er war 82, als er endgültig zurücktrat. Michelangelo hatte sich der Architektur erst im reiferen Alter von 40 Jahren zugewandt. Auch schon zu Cäsars Zeiten hatte sich der Philosoph Marcus Tullius Cicero seine Gedanken über das Altern gemacht. Als er sich alt und einsam fühlte, schrieb er für sich und seinen Freund Atticus das Werk „Cato der Ältere. Über das Alter“.
Altern ist aber keineswegs identisch mit Krankheit. Älter werden ist eine Reise durch Raum und Zeit, bei der sich Körper und Seele verändern, sich einem Ziel entgegen bewegen, das ein Geheimnis der Schöpfung bleibt. Alter bedeutet weder Austritt aus der Gesellschaft noch Verzicht auf Erfolg. Warum will man das Naturgesetz umkehren und die Tatsache vergessen, dass das Alter unabdingbarer Teil unserer Entwicklung ist?
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Ein Vortrag von Frau Dr. med. Jutta Reiter

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
„Depressionen sind etwas für Weichlinge“ ….meint Herr Schneider
Frau Dr. J. Reiter beginnt den Vortrag mit dem Fallbeispiel, wie es einem älteren Menschen in einer depressiven Phase gehen kann.
Herr Schneider war ein beruflich engagierter Mann, gründete eine kleine eigene Firma, in 2. Ehe seit 40 Jahren verheiratet, zwei Kinder, die in der Zwischenzeit ausgeflogen sind. Er lebte mit seiner Frau in einem grossen Haus auf dem Land ohne finanzielle Sorgen. Zeit für die Familie hatte er allerdings kaum aber für ihn lief alles gut, so gut, es hätte nicht besser sein können.
Mit 70 Jahren kam überraschend das Alter. Es fing mit Arthrosen in den Knien an. Das Wandern wie in früheren Jahren, wurde schon nach ein paar Kilometern sehr schmerzhaft, was zur Folge hatte, dass er mit seinen Wanderkollegen die Kontakte abbrach, fühlte er sich doch nur noch als einen Krüppel. Bald darauf wurde ihm auch vom Autofahren abgeraten, wegen eines Augenleidens. Oft will Herr Schneider nicht mehr älter werden.
Sein Pessimismus und Schuldgefühle nehmen immer mehr überhand. In Wirklichkeit habe er alles falsch gemacht, auch das Scheitern seiner ersten Ehe. Und seine Ehefrau sei auch sehr betrübt, ist ihr Mann, den sie einst geheiratet hatte, doch nur noch ein Krüppel, den sie einst geheiratet hat. Seit Monaten liegt er nur noch auf dem Sofa, geht nicht mehr aus dem Haus und beantwortet keine Telefonate mehr.
Eigentlich sind Depressionen etwas für Weichlinge – meint er, aber was sagt die Fachperson?
Depressionen können Männer und Frauen unvorbereitet treffen. Grundsätzlich zeigen sich Depressionen im Alter nicht anders als in jüngeren Jahren. Da aber ältere Menschen gleichzeitig auch an anderen Erkrankungen, wie Gedächtnisverlust, Schmerzen, Schlafproblemen, chronischen Erkrankungen leiden, ist es oft schwierig, eine Depression zu erkennen.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Kriterien erstellt anhand derer die Diagnose einer Depression gestellt wird. Nicht jede traurige Verstimmung wird als Depression bezeichnet. Trübe Gedanken gehören zum Alltag. Auch Trauer beim Verlust eines geliebten Menschen ist keine Krankheit.
Wie zeigt sich eine Depression?
- Schlafstörungen
- Appetitlosigkeit
- Antrieb und Interesse vermindert
- Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- Leistungsschwäche
- Schmerzen
- Weitere Beschwerden
- Pessimismus und Schuldgefühle
- Teilhabestörung (arm, allein, abgeschrieben)
Schlafstörungen
Depressive wachen oft zwei oder drei Stunden vor der gewohnten Zeit auf. In den Morgenstunden wird die Depression als besonders schwer empfunden, man spricht von einem Morgentief.
Appetitlosigkeit
Es kann innert Wochen zu einem drastischen Gewichtsverlust kommen, der vor allem bei Älteren lebensgefährlich sein kann.
Antrieb und Interesse
Verändert sind u.a. Begeisterungsfähigkeit, Interesse und Anteilnahme. Das Leben ist fad, freudlos, leer. Depressive Menschen haben keine Wünsche und Ziele mehr, sie ziehen sich zurück.
Positive Gefühle wie Freude, Lust, Energie, Zufriedenheit und Entspannung fehlen oder treten stark in den Hintergrund.
Konzentration und Gedächtnisstörungen
Befürchtungen treten auf, man könnte an einer Demenz leiden. Depressionen treten allerdings bis zum 85. Lebensjahr häufiger auf als Demenzen.
Leistungsschwäche.
Depressive ermüden leichter, haben weniger Ausdauer und Kraft. Selbst bei Alltäglichkeiten fällt die Entscheidung oft schwer und das Urteilsvermögen ist eingeschränkt.
Kopfschmerzen und andere Schmerzen
Ein wichtiger Symptomenkomplex sind Beschwerden und Schmerzen in allen Körperbereichen und Organen. Kopf- und Rückenschmerzen, Magenbeschwerden und Verdauungsprobleme treten bei Depressiven zwei- bis dreimal häufiger aus, als bei Gesunden.
Pessimismus und Schuldgefühle
Es dominiert Pessimismus auch wenn es keinen eindeutigen Grund dafür gibt. Die Umwelt und auch die Angehörigen werden als fremd, bedrohlich und feindselig erlebt. Die eigene Person ist schlecht. Man ist überzeugt, Schuld auf sich geladen zu haben.
Männer tun sich häufig schwer, ihre Gefühle und Beschwerden richtig wahr zu nehmen. Oft wollen sie die Antriebslosigkeit und die Depression nicht zugeben. Sie bagatellisieren oder geben unzureichend Auskunft.
Depression als Teilhabestörung: allein, arm, abgeschrieben
Kein Wesen ist so auf Gemeinschaft ausgerichtet wie der Mensch. In unserer Zeit besteht die Gefahr der Vereinzelung durch hohe Mobilität, gestiegene Scheidungsraten usw
Hier geht Frau Reiter nochmals zum Fall Schneider zurück:
Weil Herr Schneider der Meinung war, dass Depressionen was für Weichlinge ist, durfte man ihm lange nicht mit diesem Begriff kommen.
Eine Familienkonferenz brachte einen pragmatischen Plan. Da er nun definitiv nicht mehr Auto fahren durfte, weil eine Korrektur der Sehstörung nicht möglich war, entschloss sich seine Frau, nochmals Fahrstunden zu nehmen. Nach anfänglichem Hadern konnte Herr Schneider die Fahrdienste seiner Frau akzeptieren und beide kamen wieder mehr in die Stadt.
Auch musste eine Aufgabe des abseits gelegenen Hauses und ein Umzug in einen Ort mit mehr Hilfsmöglichkeiten erwogen werden. Auch sollten seine ehemaligen Wanderkollegen kontaktiert werden.
Depressionen sind meist wiederkehrende Störungen. Es muss geklärt werden, ob die Depression durch eine körperliche Erkrankung verursacht oder mit verursacht wird. Bestimmte Medikamente erhöhen das Depressionsrisiko: Blutdrucksenkende Mittel, Hormonpräparate, Anti-Parkinson-Mittel, Beruhigungsmittel, Mittel gegen Krebs.
Alkohol und/oder Drogen tragen ebenfalls zum depressiven Bild bei.
Häufigkeit
Die Wahrscheinlichkeit einmal im Leben an einer Depression zu erkranken liegt bei 12% für Männer und 26% für Frauen. Das heisst, dass jede vierte Frau und jeder sechste Mann irgendwann im Leben depressiv werden kann.
Risikofaktoren für Depression im Alter
Wenn früher einmal depressive Symptome oder gar eine Depression aufgetreten sind oder wenn nahe Verwandte an einer Depression gelitten haben oder leiden und
Personen, die in jüngeren Jahren häufig krank waren oder leicht krank wurden, haben ein erhöhtes Risiko.
Ältere Menschen mit körperlichen Gebrechen (z.B. Diabetes, Tumore, Herz-Kreislauferkrankungen) und chronischen Behinderungen (Sehschwäche, eingeschränkte Beweglichkeit) neigen eher zu Schwermut. Je mehr Gebrechen vorliegen und je mehr jemand auf fremde Hilfe angewiesen ist, desto eher kann der Betroffene resignieren, sich hilflos und depressiv fühlen.
Verluste von nahe stehenden Personen, von sozialen Rollen, von Aufgaben und Funktionen begünstigen Schwermut.
Personen mit wenig Interessen und Zielen sind für Enttäuschung, Resignation und Schwermut sehr anfällig. Je mehr verstärkende Tätigkeiten jemand entwickelt hat, desto besser.
Das Erstarren in Routine führt zu Sättigung, Langeweile, Resignation und Antriebslosigkeit. Menschen mit wenigen, einseitigen Beschäftigungen und fehlenden alternativen, angenehmen Aktivitäten sind anfälliger für Depressionen als die, die auf breit gestreute Aufgaben, Aktivitäten und ablenkende Tätigkeiten zurückgreifen können schwer.
Wer meint, dass „das schon immer so war“ oder was früher galt, auch heute gelten muss, wird vom Älterwerden frustriert sein. Das Alter erfordert Anpassung, Korrektur und Akzeptanz.
Wer nicht vorbereitet ist, fühlt sich dem Alter gegenüber ausgeliefert, hilflos und wird eher schwermütig.
Hilfe und Selbsthilfe
Behandlung der Depression u.a. mit
- Antidepressiven Medikamenten
- Psychotherapie
In der Psychotherapie geht es u.a. um:
- Erfolgreiches Altern lernen
- Kontrolle über die Schwermut bekommen
- Angenehme Aktivitäten mittels Tagesplan und Wochenplan in den Alltag einbauen!
- Den Depressiven wird Wissen über die Krankheit, die Symptomatik, den Verlauf und die Entstehung vermittelt.
- Der Depressive lernt seine Art des Denkens und sein Verhalten zu ändern und den Alltag neu zu gestalten
- Verluste und soziale Konflikte werden in der Therapie bearbeitet.
- Die Problemlösefertigkeiten werden verbessert, die Selbstsicherheit erhöht.
- Aktuelle Beziehungsprobleme werden bearbeitet, aber auch zurück liegende belastende Enttäuschungen, Verluste und Konflikte.
- Die eigenen Stärken und Erfolge müssen gesehen werden können. Es ist wesentlich, sein Leben als sinnvoll zu erleben (schöpferische Werte, Erlebniswerte, Einstellungswerte),
- Unveränderliches muss akzeptiert werden. Im Lebenslauf Unbewältigtes wird bearbeitet.
- Frühwarnzeichen (Stimmungstief, verschiedene unerklärliche körperliche Beschwerden, Isolation, trübes Wetter, Jahrestage, die Erinnerungen hervorrufen) einer Depression werden benannt, um einem Rückfall vorbeugen zu können
Fehler und ungeschicktes Verhalten im Umgang mit depressiven Älteren
Es ist ungeschickt und wenig förderlich, folgende Verhaltensweisen gegenüber Depressiven zu zeigen:
- Ungeduld
- Unverständnis
- Überforderung
- Appell an den Willen
- Druck machen
- Erzeugung von Schuldgefühlen
- Ablenkende Sprüche („das wird schon wieder“, Morgen scheint wieder die Sonne…)
- Geheimhalten vor anderen
- In den Urlaub schicken
- Umzug oder Umsetzen in eine neue Umgebung
Geduld ist gefragt
Depressionen verlaufen oft wechselhaft, bessern sich, werden schlechter, brauchen Zeit und Geduld, von den Betroffenen und den Angehörigen. Im höheren Alter bilden sich manche Beschwerden nicht zurück, bleiben erhalten oder werden nur zum Teil besser. Es ist nicht leicht, das zu akzeptieren.
Angehörige sollen begleiten, aber nicht therapieren. Dafür braucht es die externe Fachperson.

Depression ist heilbar !
Autorin Rosemary Huber
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Die Alzheimervereinigung Sektion Graubünden hat ein zeitgemässes Gefäss im Internet
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Neue Website jetzt online!
Niemand in Graubünden soll mit der Diagnose Demenz alleine bleiben!
Chur, 8. März 2012 - Mit einigen Klicks auf www.alz.ch/gr und Sie finden Ihre gewünschten Informationen – jederzeit abrufbar.
Unter Aktuell und über dem Schnellzugriff werden die Besucher gezielt zu den gesuchten Informationen geführt. Wichtige Events und Aktivitäten der Sektion sind hier aufgeführt. Im über uns erfahren Sie, wer wir sind und für was wir einstehen. Unter Angebote erfahren Menschen mit einer Demenz und ihre Angehörigen alles über unsere Unterstützungs-, Beratungs- und Entlastungsangebote. Sie können sich für Kurse oder Aktivitäten online anmelden. In der Infobox in der rechten Spalte jeder Seite können die Flyer und Dokumente zu den entsprechenden Veranstaltungen direkt heruntergeladen werden. Mit dem Alzheimertelefon 081 253 91 40 kümmern wir uns um Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen.
Wir freuen uns über Ihre Aufmerksamkeit. Klicken Sie rein und teilen Sie uns mit, wie Ihnen die neue Homepage gefällt. Die Homepagewww.alz.ch/gr informiert unsere Besucher und gibt Antworten auf alle Fragen rund um das Thema Demenz.
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Für Kant zeigte sich Gottgefälligkeit vor allem durch einen guten Lebenswandel und nicht durch «Religionswahn»
Den folgenden Impuls-Text hat Ruedi Schmid (Optimus) verfasst.
Das Phänomen beschäftigt die Menschen seit je: Wenn Gott sich offenbaren würde, wäre der ewige Streit um den richtigen Glauben ein für alle Mal gelöst. Er müsste nur an einem international übertragenen Anlass seinen Glauben verkünden. Warum uns Gott diesen Glaubensfrieden nicht gönnt, ist unverständlich. Entweder will er nicht, kann er nicht, oder er existiert nicht. Einstein hatte noch eine andere Erklärung dafür: «Gott kann man niemals verstehen, sondern nur sein Werk bewundern.»
Wenn Gott der Schöpfer ist, offenbart er sich durch sein Werk. Dabei funktioniert sein Werk ohne göttlichen Einfluss durch vorgegebene Naturgesetze. Auch Zufälle entstehen durch solche Naturgesetze, die lediglich wegen unpräzisen Faktoren keine Vorhersage ermöglichen. So ist beispielsweise eine gewürfelte Zahl durch die Ausgangslage des Würfels und die Wurfbewegung im Voraus bestimmt. Selbst das Argument von Aristoteles, dass es Gott als erste Ursache geben muss, ist durch die Entdeckung geschlossener Kausalitätsketten hinfällig.
Dazu Stephen Hawking: «Es passt vollkommen zu alldem, was wir wissen, wenn wir sagen, dass es ein Wesen gibt, das für die Gesetze der Physik verantwortlich ist.» Und zur Schöpfung sagte er: «Weil es ein Gesetz wie das der Schwerkraft gibt, kann und wird sich ein Universum selber aus dem Nichts erschaffen. […] Spontane Schöpfung ist der Grund, warum es statt dem Nichts doch etwas gibt, warum das Universum existiert, warum wir existieren.»
Die Wissenschaft ist sich einig, dass man mit der empirischen Methode, welche zu diesen Erkenntnissen führt, der Wirklichkeit am nächsten kommt. Das Problem ist nur, dass man dabei eine Wirklichkeit aufdeckt, die wir weder wahrnehmen noch verstehen können. Bereits die empirisch ermittelten Eigenschaften von Zeit, Raum und Materie sind für unseren Verstand völlig unbegreiflich. Viele Philosophen wie Aurelius und Kant haben das schon früh erkannt. Verhaltens- und Gehirnforschung erklären das folgendermassen: Der Mensch erlebt sich abgegrenzt von der Wirklichkeit in einer durch die Sinneserlebnisse selbst konstruierten Welt, an die er wegen des Selbstbewusstseins gefesselt ist. Wie sehr wir an diese selbstkonstruierte Wirklichkeit gebunden sind, zeigen die hartnäckigen Meinungsverschiedenheiten und Religionskriege.
Die Erkenntnis, dass wir die Wirklichkeit nicht verstehen können, hilft uns nun, andere Meinungen anzuerkennen und macht den Weg für Glaubensideologien frei, die zielbewusst das Leben verbessern. Dabei stellt sich die Frage: Ist ohne Gott überhaupt eine sinnvolle Vorstellung des Seins möglich? Ist ein sinnvoller Gottesglaube nicht besser als die wissenschaftliche Erkenntnis, nur ein unbedeutender, zeitlich begrenzter Teil des Universums zu sein, dazu einer mit mangelndem Verstand? Entsprechend befürwortete Kant den Gottesglauben als Prinzip der Vernunft, Pascal als Gewinn und Einstein folgendermassen: «Meine Religiosität besteht in einer demütigen Bewunderung des unendlich überlegenen Geistes, der sich in dem wenigen offenbart, was wir mit unserer schwachen und hinfälligen Vernunft von der Wirklichkeit zu erkennen vermögen.»
Nach Kant lässt sich die Welt am besten durch göttliche Gebote und Unsterblichkeit verbessern. Der Philosoph sagte aber auch unmissverständlich: «Alles, was ausser dem guten Lebenswandel der Mensch noch zu tun können vermeint, um Gott wohlgefällig zu werden, ist bloßer Religionswahn und Afterdienst Gottes.»
Für Pascal waren Himmel und Hölle entscheidende Gewinn-Kriterien. Einstein hingegen lehnte grundsätzlich Religionen der Moral, der Furcht und der Hoffnung ab: «Mögen schwache Seelen aus Angst oder lächerlichem Egoismus solche Gedanken nähren, der Mensch handelt nach äusserer und innerer gesetzlicher Notwendigkeit. Alles, was von den Menschen getan und erdacht wird, gilt der Befriedigung gefühlter Bedürfnisse sowie der Stillung von Schmerzen. Das ethische Verhalten des Menschen entsteht durch Mitgefühl, Erziehung und soziale Bindung und bedarf keiner religiösen Grundlage. Moral ist eine höchst wichtige Sache, aber für uns, nicht für Gott.» (Einsteins Aussagen zusammengefasst).
Spinoza war der erste Verfechter dieser Ethik, welche von den meisten Philosophen der Neuzeit übernommen wurde und von Verhaltens- und Gehirnforschung bestätigt wird. Er machte auch klar, dass durch rationales Denken dieses Ethikgefühl beeinträchtigt wird, weil sich dadurch die Wertschätzung vom Sozialen aufs Materielle verlagert, was der Zufriedenheit abträglich ist. Das wird besonders deutlich, wenn man sich vorstellt, ganz allein auf einer einsamen Insel zu leben. Da macht selbst der grösste Luxus nicht glücklich, und eine soziale Bindung wird zum höchsten Wunsch. Auch weil Frauen weniger rational denken, sind sie fürsorglicher als Männer. Dass sie dadurch zufriedener sind, zeigt die Suizidstatistik, die bei Frauen früher noch um das Sechsfache geringer war und durch die Emanzipation auf die Hälfte geschrumpft ist.
Kurz: Die Erkenntnis, dass wir die Wirklichkeit nicht verstehen können, beantwortet nicht nur die Ausgangsfrage, warum uns Gott im Ungewissen lässt, sondern fördert Toleranz und macht den Weg für einen Glauben der Vernunft frei. Dabei vermag der Gottesglaube unserem Sein einen schöneren Sinn geben, aber ethisches Verhalten entsteht durch soziale Bindung, welche allerdings durch den technischen Fortschritt an Bedeutung verliert. Dazu Einstein: «Es ist richtig, dass die Ergebnisse der Forschung den Menschen nicht veredeln und bereichern, wohl aber das Streben nach dem Verstehen.»
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Vortrag von Susanne Düblin
Dipl.Individualpsychologische Beraterin, Zürich
Sie sei schon 25 Mal umgezogen und steht kurz vor dem 26. Umzug. Immer wieder packen und entscheiden was nehme ich mit, was lasse ich los. Eine Herausforderung die einem in Bewegung hält.
Loslassen findet nicht nur in materieller Hinsicht statt, sondern auch in persönlichen Beziehungen. Frau Düblin vergleicht anhand von Bildern aus der Natur, unser Leben mit den vier Jahreszeiten: blühen – wachsen – gedeihen – sterben.
Frau Düblin betreut unter anderem, Bewohner und Bewohnerinnen in einem Pflege- und Altersheim in Zürich da, wo alte Menschen eine Wohnung, ein eigenes Haus, einen Lebenspartner – oder Partnerin, körperliche Kräfte loslassen müssen. Zugleich wohnt sie in einem Haus mit jungen Müttern mit kleinen Kindern in Notsituationen.
Blühen und Sterben ist oft nahe beieinander. Es ist nicht das grosse Sterben, sondern das kleine Sterben, immer wieder loslassen müssen und neue Wege finden. Das ist ein lebenslanger Prozess.
Die Bindung zwischen Mutter und ihrem neugeborenem Kind, verglichen mit einem jungen Baum, welcher neu angepflanzt, einbettet und an einer Stütze festgebunden wird. Ist der Baum stark genug, kann er alleine im Wind, Regen und Sturm stehen, wird er von der Stütze gelöst. Wir Erwachsen müssen uns bei der Betreuung unserer Kinder, von Verantwortung und Angst, es könnte dem Kind etwas zustossen, früher oder später ebenfalls lösen. Ein Loslassen ist auch deshalb wichtig, weil das Verhalten der Erwachsenen, wie zum Beispiel Ängste, sich oft auf die Kinder übertragen. Kinder wollen und müssen Eigenverantwortung übernehmen. Wichtig dabei ist, dass Kindern und Jugendlichen eine Bezugsperson zur Seite steht, zu welcher sie Vertrauen haben und der sie ihre Sorgen, Nöte und auch Freuden, mitteilen können.
Zufriedensein mit sich selbst und sagen, ich bin froh, dass es mich gibt, kann nur ein wirklich zufriedener und freier Mensch.
Ein weiteres Bild zeigt einen Baum, welcher von Efeu umrankt ist. Ein Menschenbaum oder Baummensch? Nimmt man den Efeu weg, wird er sterben. Der Baum, als der Stärkere wird überleben. Menschen die klammern, können nur neu anfangen, wenn sie loslassen, genauso die umklammerten Menschen. Sie müssen die Eigenverantwortung den „Umklammerern“ zurückgeben um frei zu werden, damit ein neuer, positiver und lebensorientierter Dialog entstehen kann und ein Neuanfang möglich wird.
Khalil Gibran schrieb in seinem Buch der Prophet:
Lasst Raum zwischen Euch. Und lasst die Winde des Himmels zwischen euch tanzen. Liebet einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel. Lasst sie eher ein wogendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen sein. (Eintrag der Autorin)
Bäume die auf Felsen wachsen, finden ihre Nahrung, indem sie ihre Wurzeln unter dem Felsen ausstrecken. Wo tanken wir „Nahrung“, wo nehmen oder bekommen wir Halt im Leben? Diese Frage stellt Frau Düblin in den Raum und gibt den Teilnehmern Zeit, miteinander darüber zu diskutieren und reflektieren. Die Antworten sind sehr individuell. Der Leser kann sich dieser Frage auch ab und zu stellen.
Bewusst oder unbewusst, geben oder nehmen wir Früchte zum Leben. Am Abend in Ruhe in uns hineingehen und überlegen, was waren heute meine Früchte die ich weiter gegeben habe? Habe ich heute wahrgenommen, dass ich Früchte bekommen habe und wie dankbar war ich dafür
Farben – Herbst
Bäume, Sträucher und Blumen lassen ihre Blätter, wenn sie in den schönsten Farben leuchten los, um im Frühjahr wieder neu zu blühen.
Die Biographie ist angekommen, der Rückblick ins Leben. Es gibt Erinnerungen, die lassen wir leicht los. Von Erinnerungen die einem ins Herz gewachsen sind, Jugend, eigene Kinder, Familie usw., ist loslassen nicht leicht, das kleine Sterben ist schmerzlich.
Schnee erhellt die Welt und deckt Graues zu – Winter
Deckt der Schnee alles zu, darf man auch ein bisschen Murmeltier sein, nichts müssen, sich erholen, nachdenken und sich zurückziehen. Beim Vorübergehen an einem alten Haus verweilen und sich den Gedanken hingeben, welche Geschichten könnte dieses Haus uns erzählen? Wer hat hier einst gewohnt, wie haben diese Leute gelebt? Wie oft musste dieses Haus seine Bewohner loslassen und wieder neu anfangen, damit es hier stehen bleiben konnte und nicht zur Ruine wurde?
Das nächste Bild zeigt eine Brücke, das Symbol der Verbindung.
Da ist ein Abgrund. Oder ein reissender Fluss. Ein Hindernis, das mich trennt von meinem Ziel, zu dem ich die Verbidung suche, Vielleicht scheint mir die Kluft zwischen mir und meinem Ziel schier unüberwindlich. Doch ich fange an, zu bauen … und es entsteht nach und nach eine Brücke, die Verbindung, die mich an mein Ziel führt. Malte Taylor (Eintrag der Autorin)
Auch wir sind Brückenbauer. Den Weg zum Anderen finden und das Richtige zu tun ist nicht immer leicht. Es kann zu viel oder zu wenig sein oder wir stehen am falschen Ort. Frau Düblin nimmt dafür ein gängiges Beispiel. Ein kleines Kind fängt an zu schreien, man nimmt es auf den Arm und wiegelt es, es schreit weiter. Vielleicht hat es Hunger, also wird es gefüttert, es schreit weiter. Vielleicht braucht es saubere Windeln, also wird es gewickelt, es schreit weiter. Es will einfach schreien. Frage: Wer hält wie viel aus und wann ist Hilfe überhaupt angezeigt?
eine
Ein weiteres Bild zeigt uns eine Rebe. Sie muss jeden Frühling fachgerecht geschnitten werden, damit sie wieder wachsen und Früchte tragen kann. Wann lassen wir uns von einer Fachperson helfen, damit wir wieder weiter „wachsen“ können, wenn wir uns nicht mehr selber helfen können?
Frau Düblin schliesst mit den Worten:
Wie oft schon hast Du angefangen? Immer wieder schmerzt der Schnitt. Weine und bringe Frucht.“
eine Zusammenfassung von Rosemary Huber
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